Geschäftsbericht 2016DEENCN
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Eine Verbindung mit Zukunft:
Evonik kauft zu

MIT ZWEI WEGWEISENDEN AKQUISITIONEN IN NORDAMERIKA BAUT EVONIK DAS GESCHÄFT IN WICHTIGEN WACHSTUMSMÄRKTEN GEZIELT AUS. DER KONZERN TREIBT DAMIT SEINE INTERNATIONALISIERUNG VORAN UND STELLT SEINE AKTIVITÄTEN AUF EINE BREITERE BASIS.

Das Jahr 2016 stand bei Evonik im Zeichen des externen Wachstums. Im Mai gelang mit dem Kauf des Spezialadditiv-Geschäfts von Air Products eine große Akquisition: Für rund 3,8 Milliarden US-$ übernimmt Evonik von dem US- Unternehmen das Geschäft mit Spezialadditiven, das sich durch stabiles Wachstum und hoch attraktive Margen auszeichnet. Evonik steigt damit außer in Europa auch in Amerika und Asien zu den weltweit führenden Anbietern von Spezialadditiven auf, die etwa in Industriereinigern, Klebstoffen und Autolacken zum Einsatz kommen.

Spezialadditive kommen unter anderem in Autolacken zum Einsatz.

Ende 2016 meldete das Essener Unternehmen einen weiteren Zukauf: Für rund 630 Millionen US-$ erwirbt Evonik das Silica-Geschäft des US-Familienunternehmens J. M. Huber. Beide Zukäufe ergänzen das Portfolio von Evonik perfekt. Beide weisen EBITDA-Margen von mehr als 20 Prozent auf, beide stärken die Präsenz in wichtigen Wachstumsmärkten, und beide stärken die Innovationskraft des Konzerns. „Diese Deals leisten wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung unserer Wachstumssegmente Nutrition & Care und Resource Efficiency“, sagt Thomas Hermann, Leiter der Konzernstrategie.

Sein Team arbeitet permanent daran, auf den Märkten der Welt mögliche Übernahmekandidaten zu suchen. Wichtig dabei: Der Kandidat muss strategisch zu Evonik passen. Attraktive Regionen, eine hohe Innovationskraft und eine zum kreativen Selbstverständnis passende Kultur sind zusätzliche Voraussetzungen, um das Interesse von Hermanns Team zu wecken. „Ein Unternehmen, das wir kaufen, muss sich perfekt in die Wachstumsstrategie von Evonik einfügen“, sagt Hermann. Und die beruht auf drei Säulen: Innovationen, organisches Wachstum durch Investitionen und externes Wachstum durch Zukäufe.

Zum Beispiel der Markt für Beschichtungen und Klebstoffe: Evonik ist ein bedeutender Anbieter von Vernetzern für Farben und Lacke. Der Markt wächst mit attraktiven Raten. Evonik hat diesen Trend erkannt und Mitte 2014 in Asien eine Anlage zur Herstellung von Isophoron und Isophorondiamin in Betrieb genommen. Mehr als 100 Millionen € investierte Evonik in 50.000 Tonnen zusätzliche Kapazität pro Jahr. Das Geschäft läuft gut, 2015 brachten die Crosslinker, wie die Vernetzer in der Fachsprache heißen, ein deutliches Umsatzwachstum, 2016 setzte sich der Trend fort. Durch die Übernahme des Spezialadditiv-Geschäfts von Air Products können nun gemeinsam Synergien gehoben und weitere Wachstumschancen analysiert werden.

Auch der Markt für Klebstoffe und Vernetzer ist für Evonik bedeutend.

Noch ein Beispiel: das weltweite Geschäft mit Silica. Mit einem gezielten Investitionsprogramm baut Evonik seit mehr als fünf Jahren seine Kapazitäten insbesondere bei gefällter Kieselsäure für spritsparende und umweltschonende Leichtlaufreifen kontinuierlich aus. Kurz vor Weihnachten legten Vorstand und Geschäftsführung im Südosten der USA den Grundstein für eine neue große Produktionsanlage. Wenige Monate zuvor ging bereits eine neue Anlage in Brasilien in Betrieb. Allein für gefällte Kieselsäuren hat Evonik die Kapazitäten seit 2010 um mehr als 40 Prozent gesteigert. Wesentlicher Treiber des Ausbaus ist die steigende Nachfrage nach Produkten für Leichtlaufreifen. Mit der geplanten Akquisition von J. M. Huber Silica will Evonik nun sein Geschäft für Anwendungen im Konsumgüterbereich ausbauen. J. M. Huber Silica ist einer der führenden Lieferanten für Kieselsäure in Zahnpasta.

Mit Kieselsäure für Zahnpasta baut Evonik sein Geschäft für Anwendungen im Konsumgüterbereich aus.

Mehr als eine Milliarde € sollen die Akquisitionen des Spezialadditiv-Geschäfts von Air Products und des Silica-Geschäfts von J. M. Huber zusätzlich zum Umsatz von Evonik beitragen. Mit dem Abschluss der Übernahme des Geschäfts von Air Products zur Jahreswende ist die Integration angelaufen. Im Geschäftsjahr 2017 soll dieses Geschäft einen Ergebnisbeitrag von rund 250 Millionen € liefern. Die Übernahme von J. M. Huber soll im Laufe des Jahres abgeschlossen werden. Dass die Integration unterschiedlicher Geschäfte und Unternehmen in einen Konzern zügig und erfolgreich gelingen kann, dafür ist Evonik mit seiner langen Unternehmensgeschichte selbst das beste Beispiel.